Vereinschronik

Die Vereinschronik

Die Vereinschonik wie sie 2004 in der Festschrift zum 85jährigen Geburtstag des Musikvereins abgedruckt wurde.

Die aus dem 1. Weltkriege heimgekehrten Musiker der ehemaligen Lütterer Musikkapelle erwogen1919 den Gedanken, sich zu einer Vereinigung zusammenzuschließen. Darüber hinaus hatten sichseit Kriegsende mehrere junge Leute entschlossen Musik zu erlernen. Sie wurden vom Dirigentender ehemaligen Lütterer Musikkapelle, Joseph Hohmann, ausgebildet. Das Bestreben bestanddarin, sich zu einer einheitlichen Kapelle zusammenzuschließen. Die Bildung eines Musikvereins wurde ins Auge gefaßt. So wurde für den 21. September 1919 zu einer Versammlung in dieGastwirtschaft von Karl Rehberg eingeladen. Der Dirigent der ehemaligen Lütterer Musikkapelle,Joseph Hohmann, erklärte den Anwesenden den Zweck und die Notwendigkeit einesZusammenschlusses und so wurde der Musikverein „Cäcilia“ Lütter gründet.

Als 1. Vorsitzenden wählte der Verein: Joseph Hohmann

Als 2. Vorsitzenden wählte der Verein: Wilhelm Sauer

In den Folgejahren spielten die Musiker des Musikvereins zu Veranstaltungen aller Art, sei es Prozessionsmusik, Tanzmusik oder ein Ständchen zu verschiedenen Jubiläen gewesen. Schwierigkeiten bereiteten besonders die Kriegsjahre, da die Musiker zum größten Teil eingezogen waren und ihren Kriegsdienst leisten mußten. Oftmals konnte nur mit einigen Musikern aufgetreten werden.

Der Initiator und Mitbegründer unseres Vereins Joseph Hohmann leitete den Verein als Vorsitzender und Dirigent bis 1952. Die Generalversammlung am 4. September 1952 im Vereinslokal Josef Rehberg brachte bei den Neuwahlen folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender: Josef Schleicher

2. Vorsitzender: Gregor Walther

Das Amt des Chorleiters übernahm Willi Penzel.

In den folgenden Jahren wurde auf mehreren Tanzveranstaltungen, besonders in der Fastnachtskampagne und zur Kirmes, und auf zahlreichen Festen gespielt. Die Prozessionsmusik in Lütter und Rönshausen gehörte auch zum festen Programm des Vereins. Die Proben fanden regelmäßig in der Gastwirtschaft Rehberg statt.

Auf der Generalversammlung 1970 im Vereinslokal Rehberg übernahm Richard Schleicher das Amt des 1. Vorsitzenden. Gregor Walther blieb 2. Vorsitzender. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Josef Caba.

Im Jahre 1971 wurde zum ersten Mal ein Musikfest veranstaltet. Rudolf Ehrhardt stellte dazu seine neu errichtete Lagerhalle zur Verfügung. Das Fest fand am 22. August statt. Nachdem wir am Samstag zum Tanz aufgespielt hatten, fand am Sonntag ein Festzug mit mehreren Gastkapellen statt. Anschließend spielten die Gastkapellen in der Festhalle zur Unterhaltung. Dieses Fest war der Ausgangspunkt für eine aufsteigende Entwicklung unseres Vereins. Junge Leute entdeckten ihr Herz für die Musik und bekundeten ihr Interesse, ein Instrument zu erlernen. Josef Caba, unser Dirigent, erklärte sich bereit, den Nachwuchs aus- und heranzubilden.

Der Erlös des Musikfestes wurde für die erstmalige Ausstattung unserer Kapelle mit einheitlichen Jacken verwandt.

Im Frühjahr 1974 übernahm August Leitsch die Leitung unserer Kapelle.

Im Sommer 1975 wurde die neu errichtete Gastwirtschaft Rehberg eröffnet. Paula Rehberg stellte dem Musikverein einen neuen, größeren Raum für die Musikproben zur Verfügung.

Die musikalische Leitung übernahm von 1976 an Dirigent Josef Treidler.

Um das äußerliche Erscheinungsbild unserer Kapelle weiter zu verbessern, wurden neue Uniformjacken mit Krawatte angeschafft.

In der Generalversammlung am 22.10.1976 wurde Werner Geis zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er löste Richard Schleicher ab, der den Verein seit 1970 ununterbrochen geführt hatte.

Mitte/Ende der 70er Jahre wurde mit der Durchfühung von Nachwuchsbläserkursen hauptsächlich in Verbindung mit der Volkshochschule des Landkreises Fulda begonnen und damit weiter viel für die Nachwuchsarbeit getan.

In den Jahren nach unserem 60jährigen Vereinsjubiläum stieg die Mitgliederzahl unseres Vereins durch den Eintritt von aktiven und passiven Mitgliedern ständig an. Dies war sicherlich auch auf die gute Nachwuchsarbeit zurückzuführen.

1980 wurde erstmals eine Musikerfreizeit in Dietges durchgeführt. Nach dem Beschluß einer neuen Vereinssatzung wurde der Verein 1980 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Fulda eingetragen. Gleichzeitig stellte in diesem Jahr unsere Vereinswirtin Paula Rehberg einen neuen größeren Proberaum im Dachgeschoß zur Verfügung, der von uns in Eigenleistung ausgebaut wurde.

Am 27.11.1981 übernahm Ewald Hohmann das Amt des 1. Vorsitzenden und begleitet dieses bis zum heutigen Tag.

1982 veranstaltete der Verein erstmalig ein Sommerfest am Backhaus in Lütter. Das Fest war so erfolgreich, daß diesem 9 weitere folgten. Eine unserer Attraktionen war dabei immer wieder frischer Ploatz aus dem Backhaus.

Beim Auftritt am 80jährigen Gründungsfest des Gesangsvereins „Lyra“ Lütter 1983 verabschiedeten wir unseren Dirigenten Jupp Treidler, nach- dem er sich entschlossen hatte, die Funktion des Dirigenten nicht weiter auszuüben. Seinen Nachfolger, Karl-Heinz Kern aus Poppenhausen, konnten wir im Dezember 1983 unserem Publikum vorstellen, als wir zusammen mit dem Gesangverein „Lyra“ Lütter ein vorweihnachtliches Konzert in unserer Pfarrkirche veranstalteten.

1984 übernahm Thomas Licht aus Amt des Dirigenten. Im gleichen Jahr wurde eine vereinseigene Musik- und Gesangsanlage angeschafft.

1986 wirkte der Musikverein bei einem Konzert in der Kreissporthalle Eichenzell mit, bei dem alle Musikvereine der Großgemeinde konzertante Musik zur Aufführung brachten. Im gleichen Jahr wurde mit musikalischer Umrahmung das Richtfest für das Bürgerhaus in Lütter gefeiert, was gleichzeitig Grundstein dafür war, eigene Konzerte im Ort in geeigneten Räumlichkeiten abhalten zu können.

Im Jahre 1987 wurde vorübergehend Elmar Kraus aus Kothen als Dirigent engagiert, weil Thomas Licht durch sein Studium verhindert war.

Im Frühjahr 1988 produzierte die Gemeinde Eichenzell eine Schallplatte, die das musikalische Niveau aller Musik- und Gesangvereine dokumentieren soll. Unsere Kapelle spielte 3 Musikstücke. Die Aufnahmen dazu fanden im Lüttner Bürgerhaus statt.

Nach dem Ausscheiden von Thomas Licht, Ende 1989, wurde Edgar Weichlein aus Ried bis Mitte 1990 als Dirigent verpflichtet. Seit diesem Zeitpunkt liegt die musikalische Leitung des Vereins in den Händen von Wolfgang Hohmann.

In dieses Jahr fällt auch die Anschaffung einer neuen Uniform, weg von den Farben Grün-weiß-rot, hin zu schwarzen Trachtenjacken mit grauen Hosen und roten Westen.

Direkt nach der Grenzöffnung haben wir einmal mehr bewiesen, daß Musik verbindet. Gemeinsam mit den Arzberger Musikanten aus der ehemaligen DDR fand im Mai 1990 ein Abend unter dem Motto „Mit Musik und guter Laune in den Frühling“ im Bürgerhaus in Lütter statt.

Als Fortsetzung dieses musikalischen Abends veranstalteten wir im März 1991 unser erstes Frühlingskonzert unter dem Motto „Eine Reise durch die Welt der Musik“, welches zur einer Tradition wurde und bis 2001 in dieser Form abgehalten wurde.

Ein Höhepunkt im Jahr 1994 war unser 75jähriges Vereinsjubiläum. Dies feierten wir am Festplatz am Sportplatz unter anderem mit einem großen Festzug unter Beteiligung aller örtlichen Vereine und einem anschließenden Massenchor mit ca. 300 Musikern.

Unseren ersten „Fernsehauftritt“ hatten wir im Juli 1997, als wir im Rahmen der Berichterstattung des Schlitzer Trachtenfestzuges in der Hessen Rundschau gezeigt wurden. Einen weiteren „Auftritt“ im Fernsehen hatten wir anlässlich der Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln im Jahre 1999. Diesem folgte eine weitere Teilnahme im Jahre 2004.

Ab 2001 wurde das Frühlingskonzert durch den „Böhmischen Abend“ unter dem Motto „Mal Böhmisch mal modern“ ersetzt und bis heute durchgeführt.

In 2002 wurde dem Neubau des Vereinsheimes in unmittelbarer Nähe des Bürgerhauses begonnen, welches insbesondere dem Gesangverein und dem Musikverein großzügige Proberäume und jeweils einen kleinen Versammlungsraum zur Verfügung stellt. Anfang 2003 konnten schließlich die neuen Räumlichkeiten bezogen werden. Mit einem Ständchen bedankten wir uns bei unserer Vereinswirtin Doris Rehberg, die uns bis zu diesem Zeitpunkt ein gutes „zu Hause“ gegeben hat.

Neben den musikalischen Auftritten im Festzelt, bei Konzerten und Ständchen und bei kirchlichen Anlässen widmen wir uns in den letzten

Jahren besonders der Nachwuchsarbeit. Viele junge Musiker und Musikerinnen werden dabei von Mitgliedern unserer Kapelle ausgebildet bzw. befinden sich noch in Ausbildung.

Darüber hinaus findet seit 1980 fast jedes Jahr eine Musikerfreizeit statt. Diese dient zur Vorbereitung unseres jährlichen Konzertes bzw. unseres böhmischen Abends. Ebenso wollen wir dabei auch einmal ohne Musik gemeinsam ein paar schöne Stunden verleben.

Darüber hinaus wurden im Laufe der Jahres diverse Wanderungen und Fahrten durchgeführt, die uns unter anderem zu folgenden Zielen führte:

Bischofshofen in Österreich, Garmisch-Partenkirchen, Sinzig am Rhein, Ottenhöfen im Schwarzwald, Holsteinische Schweiz, Düsseldorf und Teilnahme am dortigen Schützfest, Griesbach im Rottal bei Passau, Berlin, Karlskron – dabei Mitgestaltung der dortigen 200-Jahr-Feier, Kulmbach mit anschließendem Konzert im Biergarten der Mönchhofs-Brauerei, Eisenach, Frankfurter Flughafen, diverse Ziele in der Rhön (Enzian-Hütte, Lothar-May-Haus, „Heile Scheern“, …)

 

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